Wie Neverlag stabil bleibt

Diese Seite erklärt in einfachen Worten, was Neverlag im Hintergrund tut, damit das Bild läuft. Du musst nichts davon einstellen. Die Einstellungen dazu stehen unter Einstellungen → Wiedergabe.

Der Player

Der Grundsatz: ein Tank

Stell dir einen Wassertank vor. Der Anbieter füllt oben Sendung hinein, unten läuft sie als Bild heraus. Solange im Tank etwas ist, läuft das Bild – auch wenn oben kurz nichts nachkommt. In der App heisst dieser Tank Reserve.

Aus der Tour: «Liefert der Anbieter kurz nichts, überbrückt Neverlag das selbst: Das Bild läuft aus einer Reserve weiter. Dauert es länger, sagt der Ladekreis mit Text, was gerade passiert – du musst nichts tun.»

Neverlag greift nur ein, wenn es harte Belege gibt: keine Daten mehr, Daten dauerhaft zu langsam, kaputte Zeitachse, Gerät überfordert. Es rät nicht und sagt nichts voraus. Und es gibt genau einen Entscheider in der App, den Controller; alles andere meldet ihm nur, was es sieht.

Reserve und 0,99×: warum ein Prozent langsamer

Wie viel Reserve Neverlag anstrebt, wählst du unter Reserve gegen Aussetzer: Live-nah, 45, 60 oder 90 Sekunden. Standard sind 45 Sekunden.

Ein Live-Sender liefert normalerweise genau so viel Sendung pro Sekunde, wie du schaust. Der Tank würde also nie voller. Deshalb spielt Neverlag das Bild unmerklich langsamer ab, mit 0,99-fachem Tempo – ein Prozent langsamer. In jeder Minute sammelt sich so eine gute halbe Sekunde Reserve an. Ist das Ziel erreicht, läuft es wieder mit 1,00×.

Du merkst davon nichts: Der Ton bleibt in der Höhe gleich (die App korrigiert die Tonhöhe), und Bild und Ton bleiben zusammen. Das Qualitätsfenster zeigt es dir aber: «0.99× · füllt Reserve auf» oder «1.00× · normal».

Es gibt Momente, in denen Neverlag das Nachfüllen pausiert: wenn Bild und Ton gerade auseinanderliegen, bei Datenfehlern im Strom, beim Dolby-Bitstrom (der lässt sich nicht strecken) oder wenn der Bildschirm im Takt der Sendung läuft (Mac im Vollbild mit Bildwiederholrate anpassen). Dann steht im Qualitätsfenster «Nachfüllen pausiert» mit dem Grund.

Der Preis für die Reserve: Du siehst das Live-Geschehen so viele Sekunden später, wie Reserve im Tank ist. Bei Sport kann das stören, wenn der Nachbar jubelt, bevor bei dir das Tor fällt. Dafür gibt es «Live-nah».

Empfänger und Neuverbinden ohne Unterbruch

Standardmässig holt Neverlag den Sender über einen eigenen Empfänger (Wiedergabe über lokalen Empfänger). Der Empfänger ist ein kleines Zwischenstück in der App: Er nimmt die Daten vom Anbieter entgegen und reicht sie an die Wiedergabe weiter.

Der Vorteil: Bricht die Verbindung zum Anbieter ab, verbindet der Empfänger neu, während die Wiedergabe aus dem Tank weiterläuft. Die Wiedergabe merkt vom Abbruch nichts. In der Hinweiszeile steht dann «Verbindung erneuert — du hast nichts verpasst».

Neverlag verbindet neu, wenn:

  • die Verbindung still ist (länger keine Daten, als es bei diesem Anbieter normal ist), oder
  • der Anbieter deutlich hinter der Echtzeit zurückfällt, oder
  • dein Gerät das Netz wechselt (WLAN zu Mobilfunk oder umgekehrt) – dann sofort, statt auf einen Zeitüberlauf zu warten.

Neverlag verbindet nicht neu, solange Daten fliessen und die Reserve reicht. Frühere Versionen taten das «auf Verdacht» und verursachten damit selbst Aussetzer; das ist in 1.0.2 abgeschafft. Es gibt nie zwei Verbindungen zum selben Sender gleichzeitig, und höchstens einen Neuversuch alle paar Minuten.

Antwortet der Anbieter gar nicht mehr, horcht der Empfänger weiter: «Dein Anbieter antwortet gerade nicht — Neverlag horcht weiter und schliesst an, sobald er zurück ist».

Quellenwechsel und Stellvertreter aus einer anderen Liste

Viele Anbieter führen denselben Sender mehrfach, zum Beispiel «Sportwelt 4K», «Sportwelt FHD» und «Sportwelt HD». Neverlag fasst diese zu einer Senderfamilie zusammen. Im Qualitätsfenster unter «Quellen» siehst du alle und kannst eine fest wählen. Auf «Automatisch» nimmt Neverlag die stabilste.

Es gibt zwei Wege, wie ein Sender geliefert wird: als durchgehender Strom (TS) oder in Häppchen (HLS). Neverlag startet mit dem Strom. HLS nutzt es nur, wenn es in dieser Sitzung für diesen Sender schon funktioniert hat; beim ersten Fehler geht es zurück («Zurück zu TS — der HLS-Weg lieferte nicht»).

Stellvertreter: Hast du mehrere Anbieter eingerichtet und einer liefert einen Sender nicht mehr oder lehnt ab, sucht Neverlag denselben Sender in deinen anderen Listen und spielt ihn von dort. Die Hinweiszeile sagt zum Beispiel «Läuft über ‹Liste B› — ‹Liste A› liefert nicht» mit einem Knopf «Zurück zu ‹Liste A›». Gestartet wird immer mit der Originalquelle; der Wechsel kommt nur bei einem harten Befund und wird höchstens 30 Minuten gemerkt.

Steht das Bild, kommen seit einigen Sekunden keine Daten und ein Neuversuch hat nichts gebracht, wechselt Neverlag sofort auf dieselbe Sendung aus einer anderen Liste, falls es eine gibt.

Die Leiter: nur bei leerer Reserve

Führt der Anbieter einen Sender in mehreren Stufen (4K, FHD, HD), kann Neverlag eine Stufe tiefer gehen, wenn die Leitung die hohe Stufe nicht trägt. Das heisst Leiter.

In 1.0.2 ist die Leiter zurückhaltend. Sie greift nur, wenn alle drei Punkte zutreffen:

  1. Die Reserve fällt über Minuten, obwohl nachgefüllt wird.
  2. Zwei Neuverbindungen haben nicht geholfen.
  3. Es kommen Daten, aber zu wenig (bei Totalausfall greift sie nie).

Dann geht es genau eine Stufe tiefer, beim selben Sender, mit dem Hinweis «Läuft auf FHD statt 4K — Qualität automatisch gesenkt» und dem Knopf «Wieder 4K». Von selbst geht es nie wieder hoch; die tiefere Stufe gilt für diesen Sender höchstens 30 Minuten, dann startet er wieder in der besten. Hoch geht es jederzeit per Knopf.

Eine Ausnahme: Ist die Reserve voll, aber dein Gerät schafft das Entpacken nicht (der Decoder verwirft Bilder oder fällt auf Software), geht es sofort eine Stufe tiefer – das Problem ist dann das Gerät, nicht die Leitung.

Mit Bevorzugte Startqualität legst du fest, womit ein Sender startet.

Hardware-Decoder und Heilung

Das Entpacken des Bildes (Decodieren) übernimmt normalerweise ein eigener Chip im Gerät, der Hardware-Decoder. Das ist schnell und spart Akku. Klappt das bei einem Sender nicht, springt die Software ein. Das kostet Strom und kann bei 4K ruckeln. Die Hinweiszeile sagt dann «Bild läuft in Software — beim nächsten Kanalwechsel wieder in Hardware».

Hinweis Software-Decoder

Neu in 1.0.2: Neverlag versucht mitten in der Sitzung, zurück in die Hardware zu kommen, sobald der Strom wieder hardwaretauglich ist. Das heisst Heilung; die Hinweiszeile meldet «Hardware-Decoder zurück».

Sender mit Halbbildern (1080i, alte Fernsehnorm) laufen nach dem Entflechten (Deinterlacing) als 50 Bilder pro Sekunde.

Hintergrund-Verhalten

Schickst du die App in den Hintergrund, aktivierst den Bildschirmschoner oder sperrst das Gerät, hält Neverlag die Wiedergabe an. Beim Zurückkommen baut es die Wiedergabe einmal neu auf, ohne das als Störung zu zählen.

Bei Bild in Bild (PiP) läuft die Wiedergabe weiter; sie ist dann nicht im Hintergrund.

Läuft eine Aufnahme, läuft sie unabhängig davon weiter, auch wenn du einen anderen Sender schaust – solange dein Anbieter genug Verbindungen erlaubt (siehe Aufnahmen und Timeshift).

Was nie passiert

  • Kein Eingriff auf Vorhersagen oder Trends.
  • Keine Neuverbindung auf Verdacht, solange Daten fliessen.
  • Kein automatisches Hochschalten.
  • Nie zwei Verbindungen zum selben Sender gleichzeitig.
  • Kein Lernen über die Sitzung hinaus (einzige Ausnahme: die Quellenart je Sender, Strom oder Häppchen).

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